Kritik - Führen & Wirken

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Wie Sie konstruktives Feedback geben – ein Leitfaden

Bevor Sie konstruktives Feedback geben, stellen Sie sich einige grundsätzliche Fragen: Was bedeutet Feedback für Sie? Empfinden Sie diese Art der Rückmeldung aufbauend oder eher schwächend? Heißt Feedback für Sie immer Lob? Dieser Blogbeitrag soll für Sie ein Leitfaden sein: Wie Sie konstruktives Feedback geben.

Was ist Feedback überhaupt und was bedeutet es, konstruktives Feedback zu geben? Feedback ist eine Meinung, eine Form der Rückmeldung. Dahinter steht das Wort Respekt („Zurücksehen“).

Stellen Sie sich hierzu eine Entenfamilie auf dem Wasser vor: Die Entenmutter schwimmt vor und die jungen Entlein folgen ihr. Durch die Orientierung an ihrer Mutter zeigen sie eine Form des Respekts. Feedback dient also zur Orientierung und stärkt oder schwächt unsere Wirkung, und wie wir diese wahrnehmen. Eine bedeutende Rolle spielt hierbei vor allem Selbstverantwortung. Die Frage „Wo stehe ich?“ ist eine ganz entscheidende.

Konstruktives Feedback geben erfordert Selbstverantwortung

Feedback und der richtige Umgang mit dieser Form der Rückmeldung sorgt noch immer für viele Missverständnisse und falsche Erwartungen. Oft möchten wir mit einem positiven, bestärkenden Feedback die Schwächen unseres eigenen Selbst ausgleichen.

„Gib mir Feedback!“ bedeutet für viele „Lobe mich!“

Doch warum ist das so? Um dieser Frage nachzugehen, ist es wichtig, unser Selbst bewusst wahrzunehmen und unsere eigene Wirkung zu erkennen. Durch positives Feedback erhoffen wir uns oft, die Schwäche unseres Selbst auszugleichen. Eine kritische Rückmeldung nehmen wir dagegen häufig nicht an. Dabei ist beides von Bedeutung, wenn Sie konstruktives Feedback geben möchten. Es ist wichtig, Rückmeldungen, egal ob als bestärkend oder schwächend empfunden, differenziert wahrzunehmen. Feedback bedeutet auch immer den Ausdruck einer Meinung, eines persönlichen Eindrucks. Die Rückmeldung eines Einzelnen ist oft sehr individuell, präzise wird das Feedback durch viele verschiedene Ansichten.

Um selbst konstruktive Feedback zu erhalten, sollten wir uns unserer Selbstverantwortung bewusst sein. Es gilt: Die Rückmeldung kann stärken oder schwächen, doch niemand sorgt dafür, dass es mir schlecht geht, außer ich gebe ihm die Erlaubnis dazu. Wir selbst tragen Verantwortung dafür, wie wir das Feedback wahrnehmen und wie wir unser Wirken ändern.

Die Wirksamkeit des konstruktiven Feedbacks liegt in der goldenen Mitte

Wie erzielen wir denn nun durch unsere Rückmeldung eine möglichst große Wirkung? Wie gelingt es, unserem Gegenüber konstruktives Feedback zu geben, ihn so zu fördern und Ideen zu entwickeln? Eine wirksame Rückmeldung besteht nicht nur aus Lob, aber auch nicht nur aus Kritik. Es ist – wie so oft – die Kraft der goldenen Mitte, die die größte Wirksamkeit erzielt.

Zwischen Lob und Kritik, zwischen Nähe und Distanz steht die emotionale Neutralität, das „Umleiten“. Umleiten besteht zu einem Großteil aus Fragen, die auf den Weg zurückleiten sollen. Doch auch Ansagen können wir hier äußern. Ich stelle Fragen, die den anderen auf die eigentliche Spur zurückbringen und ein wirksames Ergebnis fördern.

Doch wie stark sollen wir Lob und Kritik gewichten, wie groß ist der Anteil des Umleitens beim konstruktiven Feedback?

Wir können nun drei verschiedene Arten der Rückmeldung ausmachen. Bei einem leichten Abweichen von der eigentlichen Spur sollte unser Feedback aus Umleiten bestehen. Weicht jemand stark von seinem Weg ab, ist es nötig, Kritik zu äußern. Möchten wir den eingeschlagenen Weg bestärken, können wir dies durch Lob tun.

Idealerweise machen Lob und Kritik jeweils 15 Prozent der Rückmeldung aus, wenn wir konstruktives Feedback geben. Die restlichen 70 Prozent füllen wir mit Umleiten, also mit dem Fragen stellen und dem Anleiten.

Machen Sie sich bewusst, dass beim konstruktiven Feedback

  • Lob (Nähe) und Kritik (Distanz) einander bedingen.
  • nur Lob oder nur Kritik kein wirksames Ergebnis erzielen.
  • die Kraft in der goldenen Mitte liegt (Umleiten).

Wir sind emotional auf Feedback angewiesen

Emotionen gehören bei einem richtigen, konstruktiven Feedback dazu. Genauso wie sich Nähe (Lob) und Distanz (Kritik) bedingen, sind wir auch auf die Emotion in der Reaktion unseres Gegenübers angewiesen.

Entgegen der vorherigen Behauptung, es gäbe drei Möglichkeiten, eine Rückmeldung zu äußern, können wir auch noch eine vierte Option ausmachen. Unsere Rückmeldung kann auch aus einer nicht vorhandenen Reaktion bestehen. Doch immer, wenn wir diese Art des Feedbacks anwenden, stirbt beim anderen emotional etwas. Daher sollten wir auf diese Reaktion verzichten und den Anteil am wirkungsvollen Feedback bei null Prozent halten.

Möchten Sie konstruktives Feedback geben, um eine Entwicklung zu bedingen, müssen wir sehen, war der Andere macht, um eine Rückmeldung zu geben. Nur dann können wir verstärken oder umleiten. Kritik ist dabei oft emotional. Wenn wir Kritik äußern, bedeutet das, dass das Umleiten, also das Zurückführen auf den eingeschlagenen Weg, ohne Wirkung geblieben ist. Wir müssen stattdessen einen anderen Weg aufzeigen und eine neue Abzweigung schaffen.

Wir sehen: Emotionen spielen eine große Rolle im Zusammenhang mit konstruktivem Feedback. Wir sind abhängig davon, eine Rückmeldung zu erhalten, die unsere Emotionen anspricht. Ein Ignorieren unserer Arbeit dagegen löst in uns selbst einen emotionalen Tod aus.

Feedback als Ganzes betrachten

Wenn wir nun auf die Bestandteile eines wirkungsvollen konstruktiven Feedbacks schauen, dann wird deutlich, dass sich dieses aus der Summe der drei Pole Lob, Kritik und Umleiten zusammensetzt. Wir müssen Fragen stellen, um uns zu informieren und um unsere Rückmeldung an manchen Stellen durch eine Ansage zu verdeutlichen. In der heutigen Zeit ist es vor allem die Erwartung eines Lobes, die mit der Frage nach Feedback einhergeht. Unser Selbst ist oft schwach und wir sehen die Verantwortung für unsere eigene Wirkung nicht bei uns. Wir selbst tragen jedoch Verantwortung, wie wir mit Feedback umgehen. Kritik ist genauso wichtig wie Lob und Umleiten.

Feedback geben: Unsere Tipps:

Analysieren Sie Ihr eigenes Kommunikationsverhalten: Wie sind bei Ihnen die 100 Prozent aufgeteilt, wenn Sie einer anderen Person Feedback geben? Unsere Tipps: Erkennen Sie Ihren aktuellen Stand und fragen Sie sich, wie Sie Ihre Rückmeldungen optimieren können. Beobachten Sie sich und Ihre mentale Haltung. Versuchen Sie erste Drehungen in Richtung Balance zu drehen. Sehen Sie Lob, Kritik und Umleiten nicht als Zuständigkeitsbereich anderer Personen, sondern werden Sie sich ihrer eigenen Wirkung und Selbstverantwortung bewusst.

Möchten Sie noch mehr Substanz

Wie Sie mit dem „Feedback-Kompass“ die Qualität Ihrer Rückmeldungen verbessern

„Das war ja wohl nichts.“
„Du bist wohl nicht für den Job geeignet.“
„Wenn du es so machst, ist es gleich zum Scheitern verdammt.“

Diese und ähnliche Äußerungen sind hervorragende Beispiele dafür, wie Sie nicht mit Feedback umgehen sollten. Der eine oder andere Leser wird sich denken: „Als ob ich das nicht schon wüsste!“ Deshalb beachten Sie bitte Folgendes: Wenn wir Menschen in einem guten Ressourcenzustand sind – das heißt ausgeruht, konzentriert, belastbar – fällt es natürlich leichter, uns von unserer besten Seite zu zeigen. Doch was ist mit den Situationen, in denen es emotional anstrengend, eng und stressig wird? Wie gut können Menschen sich dann noch an ihre nüchtern definierten Prinzipien halten?

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KRITIK – wenn, dann richtig!

Kritik ist zwar besser als gar kein Feedback, aber nicht unbedingt immer das erste Mittel der Wahl. Gerade mit Mitarbeitern, die noch sehr unsicher sind, sollten Sie als Führungskraft sehr behutsam umgehen und sie nur in Ausnahmefällen kritisieren.

Wenn sich Kritik nicht vermeiden lässt, vermitteln Sie Ihrem Mitarbeiter alles so, dass dieser Sie respektiert und Ihnen dankbar für das Feedback ist. Das Gespräch dient dazu, dass der Kritisierte sein Verhalten gezielt ändert. Es soll ein Umdenken einleiten und den Willen zur Veränderung wecken. Das Gespräch darf auf keinen Fall dem Abladen von Frust oder der Machtdemonstration dienen.

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Feedback ist keine Kritik – sondern das Recht, sich weiterzuentwickeln!

Hat Sie schon einmal jemand auf eine Macke aufmerksam gemacht, die Ihnen noch gar nicht aufgefallen war: an die Nase fassen, räuspern, „hä?“ sagen? Oder hat Sie jemand schon einmal auf ein Talent oder eine Stärke angesprochen, die Ihnen nicht bewusst war? „Du hast ein gutes Händchen für…“, „Du hast eine angenehme Stimme!“. Wir kommen auf die Welt und sind ab dem ersten Tag darauf angewiesen zu lernen. Je nach Situation und Lerntypus lernen wir manchmal einfach durchs Tun oder durch Imitation. Manchmal brauchen wir aber auch eine Rückmeldung von außen. Und damit sind wir beim Feedback.
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