Kennen vs. Können

„Das Grundl Leadership Institut erforscht und lehrt hochwertige Unterscheidungen, damit Ihr Leben zum besten Lehrer wird.“ Auf dem Instagram-Kanal von Boris Grundl berichten wir vom Team des Instituts regelmäßig von unseren persönlichen Erfahrungen zu dieser Mission. In meinem letzten IGTV-Video habe ich Ihnen von der Unterscheidung „Kennen vs. Können“ berichtet. Nun möchte ich Ihnen diese Erkenntnisse auch als Blogbeitrag zur Verfügung stellen.

Kennen Sie es? Oder können Sie es?

Ohne angeben zu wollen: Ich stelle immer wieder fest, dass ich ein sehr breites Wissensspektrum habe. Ich kenne mich in vielen Dingen gut aus und habe im Laufe meines Berufslebens unterschiedlichste Expertise ansammeln können. Dieses Wissen, dieses „Kennen“, hilft mir oft bei meinen beruflichen Entscheidungen – egal, ob es IT-Projekte, eCommerce oder Vertriebsabläufe sind. Durch mein Wissen können mir Dienstleister oder Mitarbeiter nur schwer „etwas vom Pferd“ erzählen. Ich weiß ziemlich genau, was einzelne Aufgaben an Ressourcen, Investitionen und Zeit bedürfen. Dieses Wissen hilft mir ungemein, Projekte optimal einschätzen zu können. Das ist Teil meiner Arbeit und darauf bin ich stolz.

Was ich aber (meistens) nicht kann: das Projekt an sich umsetzen. Ich kann keinen Online-Shop programmieren, ich kann keine Grafik-Kunstwerke designen, auch kein Auto bauen und keinen Zug fahren. Hierzu benötige ich Fachkräfte und Experten, die im Detail wissen, was wie zu tun ist. Diese Differenzierung – zwischen dem, was ich kann, und dem, was ich nicht kann – erleichtert mir den Alltag ungemein. Es gibt mir Sicherheit, wenn ich weiß: Diese Herausforderung kenne ich und kann ich einschätzen. Aber ich kann das Thema nicht selbst umsetzen. Deshalb gebe ich die Umsetzung an Profis ab.

Achtung! – Die Falle der Überlegenheitsillusion

Sie sehen schon: „Kennen“ ist eine sehr gute Grundlage. Auch ein hohes Allgemeinwissen hilft, bei mehreren Themen im Grundsatz mitreden zu können. Aber hier lauert auch eine Falle! Wenn Sie über Dinge sprechen, müssen Sie sich im Klaren sein, ob Sie die Thematik nur „kennen“ oder auch wirklich „können“. Da habe ich tatsächlich häufig Schwierigkeiten.

Durch mein breites Wissen unterliege ich manchmal der Überlegenheitsillusion. Ich fühle mich in manchen Gesprächen Personen überlegen, weil ich denke, es besser zu wissen. Doch wenn es dann wirklich darauf ankommt und ich liefern muss, sieht die Welt ein bisschen anders aus. Manchmal muss ich mir dann leider eingestehen, dass mein Gegenüber in diesem Kontext höchstwahrscheinlich mehr kann als ich. Das tut weh. Und ist nicht einfach anzuerkennen.

Um der Falle zu entgehen, hilft es, glasklar auf das Thema zu blicken und zu sich selbst zu sagen: „Das kann ich nicht!“ Nur wenn ich das zugebe, habe ich auch die Möglichkeit, weiterzudenken. Nämlich ob mir diese Kompetenz in meinem Tun helfen würde oder ob es besser wäre, es anderen zu überlassen.

Tun Sie nur das, was nur Sie können!

Boris Grundl empfiehlt mir immer: „Herr Hummel, bitte machen Sie in Zukunft nur noch das, was nur Sie können!“ Ich erwische mich dabei dann oft, wie eine innere Stimme zu mir sagt: „Ja, aber dafür muss ich ja genau wissen, was das ist.“ Selbst zu erkennen und anzuerkennen, was man wirklich gut kann, was die eigene Kernkompetenz ist, ist nicht immer leicht. Es fällt schwer, sich im Alltag immer bewusst zu sein, was man wirklich kann und diese Fähigkeit nicht als selbstverständlich hinzunehmen – denn für andere ist dieses Fähigkeit vielleicht besonders.

Mir hilft, dass ich ein hohes Empathievermögen habe und dadurch Menschen sehr gut einschätzen kann. Ich kann Projekte im Vorfeld durchdenken, diese aus dem Boden stampfen, sie planen, die richtigen Menschen dafür zusammenbringen, sie kontrollieren, steuern, überblicken und termingerecht abliefern. In meiner Wahrnehmung kann ich gut führen, behalte dabei den Überblick und übernehme in diesem Kontext auch gerne Verantwortung – das bestätigen auch meine Ergebnisse.

Bewusstsein zur Unterscheidung

Seit ich mich mehr mit der Unterscheidung „Kennen und Können“ beschäftige, sehe ich klarer. Sie unterstützt dabei, mich und andere besser zu organisieren und einzusetzen. Ich habe einen klareren Blick auf mich selbst und finde schneller heraus, ob ich mir eine weitere Kompetenz für meine Daseinsberechtigung aneignen sollte oder eben nicht. Mein Bewusstsein ist gestiegen und hilft mir, in Zukunft nur noch das zu tun, was nur ich kann. Im Umkehrschluss sorge ich dafür, dass die Dinge, die auch andere können, eben auch andere erledigen.

Ich hoffe, Ihnen hat diese Unterscheidung und meine Erfahrung dabei geholfen, sich selbst besser wahrzunehmen und zu erkennen, wo Ihre Kernkompetenzen liegen. Über einen Austausch mit Ihnen zu diesem Beitrag würde ich mich sehr freuen.

Ihr Jochen Hummel

Möchten Sie noch mehr Substanz

 

Bildquelle: © rawpixel Pixabay

 

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